Hochzeitbräuche in anderen Ländern, heute: China

Die chinesische Mauer. Von Michael Lemke - pixelio.de

Die chinesische Mauer. Von Michael Lemke – pixelio.de

Auch in China zählt das Hochzeitsfest – wie in den meisten Kulturen – zu den wichtigsten Lebensstationen. Daher scheut das Brautpaar häufig keine Kosten und Mühen, um ein großes Fest zu organisieren – nicht selten mit der Unterstützung eines Wedding-Planers. Trotz vieler westlicher Einflüsse weist eine chinesische Hochzeit auch heute noch zahlreiche traditionelle Elemente auf. So suchen beispielsweise viele Brautpaare während ihrer Verlobungszeit einen Wahrsager in einem Kloster beziehungsweise einem Tempel auf, um einen Einblick in ihre gemeinsame Zukunft zu gewinnen. Auf dem Land gehört es derweil noch immer zum guten Ton, dass der Bräutigam die Brauteltern mit Geschenken bedenkt.

Nie ohne Tee: Die chinesische Hochzeitszeremonie

Am frühen Morgen macht sich der Bräutigam auf den Weg, um seine Braut aus ihrem Elternhaus abzuholen. Bevor er seine Liebste jedoch in die Arme schließen kann, muss er in der Regel einige kleine spielerische Herausforderungen meistern. Ist das Brautpaar schließlich vereint, so betet es vor dem Ahnen-Altar kniend Himmel und Erde an, bevor sich eine Teezeremonie anschließt. Eine zweite Teezeremonie findet danach entweder bei den Eltern des Bräutigams oder in einem Festsaal statt. Teilweise gelangt die Braut noch immer in einer Sänfte dorthin, zum Teil fährt das Paar gemeinsam in einem festlich geschmückten Auto. Auf dem Weg zur Feier erwartet die frisch Vermählten ein Regen aus Reis und Bohnen, der Glück und reichen Kindersegen bringen soll.

Die Hochzeitsfeier ist laut und bunt, aber vor allem rot


100 Gäste sind auf einer chinesischen Hochzeit keine Seltenheit. Mit Knallkörpern, Feuerwerk und auch reichlich Alkohol wird ausgelassen gefeiert. Abends stärkt sich die Gesellschaft bei einem üppigen Festbankett, bei dem zehn bis zwölf Gänge aufgetischt werden.

Das laute Fest wird von lustigen Spielen und frechen Neckereien begleitet. Gespannt erwarten die Gäste zudem die wechselnden Outfits der Braut: Während viele Frauen anfangs nach westlichem Vorbild ein weißes Kleid tragen, ziehen sie sich anschließend mehrmals um. Beendet werden die Feierlichkeiten traditionell in einer roten Robe. Schließlich symbolisiert die Farbe Rot in der chinesischen Kultur wiederkehrendes Glück. Daher trägt auch der Bräutigam stets eine rote Nelke am Revers.

Wenn sich die Brautleute am Ende des Tages in ihr mit Drachen- und Phönix-Darstellungen geschmücktes Brautzimmer zurückziehen, begleiten sie die deftigen Scherze und eindeutigen Anspielungen ihrer Gäste.

Keine chinesische Hochzeit ohne professionelles Foto-Shooting

Besonderen Wert legen die Chinesen auf schöne Hochzeitsfotos. Das Shooting findet bereits in den Wochen vor der eigentlichen Hochzeit statt – sowohl in einem Fotostudio als auch an weiteren besonderen Locations. Dabei lässt sich das Brautpaar in verschiedenen Kostümen ablichten.

Diese Fotos finden sich dann zum Teil auf den personalisierten Gastgeschenken wieder. Damit bedankt sich das frisch gebackene Ehepaar für die Wunschgeschenke oder die Geldgaben, die traditionell in roten Papiertütchen überreicht werden.